Faszien Yoga: Style Guide

Faszien sind seit einigen Jahren ein wichtiges Thema im Yoga. Yin Yoga und die Arbeit mit dem Faszienroller kennst du vielleicht – beide stimulieren gezielt das Netz feiner Bindegewebe, das den gesamten Körper durchzieht. Die Yogalehrerin und Autorin Amiena Zylla hat eine neue, wilde und sehr spielerische Form des Faszienyogas entwickelt. Hier erklärt sie ihr Konzept.

Dynamisches Faszienyoga besteht aus einer großen Portion Dehnung, dazu kommen Schwung- und Feder­bewegungen und die Arbeit mit der Faszienrolle. Die Kombination aus diesen drei Elementen schafft eine opti­male Bedingung, um die Faszien feucht zu halten und uns mit geschmeidigem, straffem Gewebe zu erfreuen.

Amiena Zylla über Faszienyoga im YogaWorld Podcast

Dehnung der Faszienbahnen

Gedehnt werden komplette Faszienbahnen, anstatt nur einzelne Muskelbereiche, die Dehnung erfolgt also über mehrere Gelenke hinweg. Dadurch sieht die Ausrichtung einer Übung im Dynamischen Faszienyoga ganz anders aus als bei klassischen Asanas. Die Faszienbahnen sind zu etwa 80 Prozent identisch mit dem Verlauf der Meri­diane aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dank der neueren Ergebnisse der Faszienforschung lassen sich inzwischen auch Skeptiker*innen davon überzeugen, dass es Meridiane tatsächlich gibt und dass sie stimu­liert werden können.

Kreatives Yoga für die Faszien

Beim Üben von Dynamischem Faszienyoga ist Kreativität gefragt. Denn selbst wenn wir in langkettigen Bahnen dehnen, verlassen wir bald eine bestimmte Ausrichtung und lassen die Bahnen ineinander verschmelzen. Ziel ist es, durch möglichst unterschiedliche Winkel das Fasziengewebe auf vielfältige Art zu stimulieren. So verwandelt sich die Yogamatte in einen Spielplatz. Der Hintergrund: Eintönige und immer gleichbleibende Bewegungen langweilen die Faszien zu Tode. Die Folge sind verfilzte, verklebte Bindegewebe, die Verspannungen und Schmerzen auslösen.

Fairerweise muss man sagen, dass solche Gebrechen eher auf einseitige Sportarten oder Couchpotatoes zutreffen, denn auch klassisches Yoga steht ganz oben auf der Topliste der Faszienstimulation. Doch mit ein paar Extras, wie sie im Dynamischen Faszienyoga zu finden sind, kann man das Ganze optimieren.

Federn und Schwingen

Federnde Bewegungen sind untypisch für Yoga, aber die Faszien lieben sie. Sie machen das Bindegewebe nicht nur geschmeidiger, sondern auch kräftiger. Das Hautbild verändert sich, selbst unschöne Dellen an Po und Oberschenkel können durch gut dosiertes Federn gemindert werden. Allerdings ist die richtige Technik wichtig, denn nicht jedes Federn oder Schwingen trainiert die Faszien. Die Feinwahrnehmung ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts. Etwa achtzig Prozent der Nervenenden verlaufen durch Fasziengewebe. Deshalb wird es inzwischen als eines der größten Sinnesorgane angesehen, einer Art sechstem Sinn. Das Ausüben von kleinsten Bewegungen ist maßgeblich für die Faszienarbeit – und das bewusste Spüren dieser Bewegungen verhilft zu einer besseren Wahrnehmung.

Einsatz der Faszienrolle

Das Rollen auf der Kunststoffwalze verschiebt Flüssigkeiten im Gewebe und löst so Stauungen auf. Wer also unter Verspannungen leidet, ist mit der Faszienrolle gut beraten. Beim Dynamischen Faszien­yoga wird die Rolle aktiv in die Übungen integriert, sie ist ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes. Denn auch das Rollen muss gelernt sein. Wildes und zu häufiges Rollen kann kontraproduktiv wirken.

Amiena Zylla ist Hatha-, Iyengar-, Vinyasa-, Yin Yoga- und Pilateslehrerin in München. In enger Zusammenarbeit mit dem international renommierten Faszienforscher Dr. Robert Schleip hat sie das dynamische Faszien­yoga entwickelt, das sie auch in ihrem Buch ausführlich beschreibt. Mittlerweile bietet Amiena auch eine Ausbildung für dynamisches Faszienyoga an. Mehr dazu im Netz unter www.amienaswerkstatt.de


Foto: Johannes Rodach/ GU

Das Neueste

Frühlingsleuchten – sanfter Spring Glow Yoga Flow

Blühen und leuchten, das können nicht nur Märzenbecher, Haselsträucher und Narzissen, sondern auch wir! Dieser sanfte Spring Glow Flow...

Vollmondkalender 2026: So wirkt der Vollmond am 1. Mai im Zeichen Skorpion

Wann ist Vollmond? Im Mai wird es gleich zwei Vollmonde geben, am ersten und am letzten Tag des Monats. Der...

Das neue YOGAWORLD JOURNAL ist da! Titelthema „Liebe“

Das neue YOGAWORLD JOURNAL ist ab sofort im Handel und in unserem Online Shop erhältlich. Diese Themen erwarten dich ... Titelthema...

So bringst du deine Chakras in Erfahrung – mit Daniela Mühlbauer

Chakra-Arbeit bedeutet zu spüren, statt zu analysieren. Zu lauschen, statt zu kontrollieren. Je individueller und offener du die Erkundung...

Tanz der Energien – ein neuer Blick auf die Chakras

Bücher, Workshops und immer neue Anwendungen: Die Chakras sind im modernen Yoga allgegenwärtig. Aber was bedeutet die Lehre für...

Frühling im Topf – so gelingen selbst gezogene Microgreens und Kräuter

Frisch geerntet schmeckt’s gleich doppelt so gut! Warum? Ganz einfach: In selbst gezogenen Microgreens, Kräutern und Gemüse stecken nicht...

Pflichtlektüre

Das könnte dir auch gefallen
Unsere Tipps